Abschied….

19. Januar 2010

Unseren letzten Tag hier kosten wir mit allen Sinnen aus! Sabine geht es schon wieder besser, sie ist nur noch leicht verschnupft.

Gestern abend haben wir noch die Einkaufszeile von Varkala entdeckt, die unsere Bucht mit dem kilometerlangen Hauptstrand verbindet: hoch oben an den Klippen reiht sich ein Hippieladen an den anderen, dazwischen Cafes und Restaurants. Sehr romantisch.

Heute hatten wir beide eine Ayurveda-Massage. Die junge Masseurin war so suess! Sie sprach kaum Englisch aber versuchte ihr Bestes! Und sie war so angetan von uns! Es war wunderbar – so voll „im Oel“ zu sein!

Um auch diese Erfahrung zu machen beschlossen wir im Zug nach Trivandrum weiterzureisen, wo wir heute unsere letzte Nacht verbringen und morgen abheben. Der Zug den wir angepeilt hatten war 7 Stunden verspaetet, der naechste zwar  in time aber dafuer mehr als ueberfuellt. Wir haben mit unserem Gepaeck den ganzen Gang blockiert, sind darauf gesessen und hatten eine gute Zeit.

Trivandrum ist nicht aufregend. Es gibt einen wunderschoenen alten Markt, wo wir allerhand ungesundes, in Fett herausgebackenes Zeugs (Bananen, Dal) in Zeitungspapier gewickelt , genuesslich verspeisten. Ach das Essen ist hier so lecker! Wie gerne wuerde ich mit dem Gemuese, das am Markt so dekorativ angerichtet ist kochen – Wurzelgemuese, Blattgemuese und unzahlige, Schoten, Okra und Kraeuter duften und sind Balsam fuer die Augen! Um unserem Magen am letzten Tag noch mehr zuzumuten erstanden wir noch 2 Kokosnuesse. Allerdings nicht die gruenen, frischen, die wir so lieben, sondern ausgereifte wie sie auch in Oesterreich erhaeltlich sind. Und die sind mehr als ergibig…

Muede vom Herumhatschen in Hitze, Staub und Strassenlaerm setzten wir uns auf ein Bankerl im Botanischen Garten, das sicher noch aus der Kolonialzeit stammt. Wieder einmal erregten wir als einzige Weisse die Aufmerksamkeit junger Inder, die sich unbegingt mit uns fotografieren lassen wollten. Mittlerweile ueberrascht uns das nicht mehr, heute wollte es aber gar kein Ende nehmen… also nahmen wir eine Rikscha und fuhren sonnenuntergang schauen an  einen 4 km entfernten Strand (wir muessen ja unsere rupies noch ausgeben).

Dort erwartete uns ein Wunderland: Unzaehlige Inder mit Kind und Kegel am breiten weiten roten Sandstrand unter dem gluehenden Sonnenball. Lachend, Musizierend und einige sogar mit den Fuessen im Wasser (Inder gehen nicht ins Meer schwimmen…). Es war ein herrliches Spektakel und ein wuerdiger Abschluss, da musste auch der Magen nochmal herhalten. Im Indian Coffee House am Strand – mit schon sehr verstaubtem Kolonialcharme und lustig verkleideten Kellnern – gab es leider kein Bier, dafuer aber Zitronentee fuer Sabine, ueberzuckerten Pinapple-Juice fuer mich und eine Kugel Vanilleeis fuer uns beide. Mir ist schlecht 🙂

Bevor wir uns auf die Suche nach unserem Fahrer machten gingen wir noch schauen, was eine grosse Menschenansammlung hinter dem Coffee House machte. Auf den ersten Blick war fuer uns keine Attraktion ersichtlich. Einge fliegende Haendler versuchten Geschaefte zu machen und eine liegende Nackte aus Stein war dort platziert, aber scheinbar nichts, was laengere Aufmerksamkeit anziehen wuerde. Also fragten wir und wurden auf den nahegelegenen Flughafen verwiesen: die Menschen kommen dort abends zusammen und schauen den Flugzeugen beim Starten und Landen zu. Der Herr hat uns noch darauf hingewiesen, dass erst in einer Stunde das naechsten Flugzeug kaeme…

Tja, so ist das hier. Die Menschen leben, lieben und sterben wie ueberall anders auch. Und doch ist Indien intensiver. Lauter. Geht voll ins Herz. Und morgen werden wir ein letztes Mal den Geruch von Abgas und Abwasser inhalieren, die immer wieder vom Duft der Blumen und Sandelholz-Raeucherstaebchen durchsetzt ist. Incredible India – bis wir uns wiedersehen!

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La cucaracha

17. Januar 2010

Indien ist das Land der Gegensaetze und so ist unsere Reise: Im Ashram haben wir mit Geschenken, regelkonformer Kleidung, Leckereinen aus der Western Canteen (dort gabs die leckersten frischen Cookies die ich je gegessen habe), sonstiger Verpflegung und 4 Uebernachtungen nichteinmal halb soviel bezahlt wie fuer die Backwaterstour, die wir in unserer anfaenglichen Verunsicherung viel zu teuer in Delhi gebucht hatten. Aber na gut. Das Boot war wunderschoen, die Crew sehr zuvorkommend, das Essen ausgezeichnet und die Seen und Kanallandschaft wunderbar ruhig und friedlich. Aber….

…. der Sonnenuntergang war grossartig wir sind noch gemuetlich an Deck gesessen und haben geplaudert. Sabine ist nicht ganz gesund uns wollte dann schon frueh in unsere Luxuskajuete schlafen gehen. Da sitzt sie: eine riesengrosse dicke fette Kuechenschabe mit langen Fuehlern. Ich bin in Panik verfallen, einer der netten Burschen kam sofort mit der Giftflasche und in 5 Minuten (ja – die Kaempfen) war sie tot. Ich war immer noch ziemlich aufgeregt, ausserdem kamen sehr komische geraeusche vom Dach (Ratten, Fledermaeuse?). Sabine beruhigte mich und irgendwann bin ich dann doch schweissgebadet, da sehr heiss im Raum eingeschlafen. Morgens hat mir Sabine dann gestanden, als sie in der Nacht am Klo war hat sie noch so ein 7 cm Ding gesehen, dass in unser Schlafzimmer entwischt ist und sich irgendwo versteckt hat. Hoffentlich nicht in unserem Gepaeck…

Die Viecher am Dach haben die ganze nacht zirkus gemacht und sind fruemorgens von der Crew vertrieben worden. Die Morgenstimmung war wieder herrlich, das Fruehstueck mit frischer Ananas und leckerem Kaffee hat gemundet und die Aengste der Nacht hat der frische Morgenwind ueber den See verweht.

Nach der Tour haben wir beschlossen, doch wieder ein Taxi zu nehmen und nicht mit dem Zug weiterzufahren. Sabine geht es ziemlich dreckig, die Nacht hat ihr den Rest gegeben. Unser Taxler haelt mit uns auf Wunsch an einem kleinen Strassenstand mit frischen Kokosnuessen, gleich daneben wird Zuckerrohrsaft ausgeprest und mit frischem Ingwer und dem Saft der hier ueblichen Minizitronen vermischt – pure Glueckseeligkeit!

Hier in Varkala ist alles wieder anders. Wir haben einen gemuetlichen 6-eckigen Bungalow mit Meerblick. Es ist ein bisschen touristisch, aber die Bucht ist fast menschenleer und bildschoen. Die Stroemung hier ist etwas unberechenbar, manchmal kommen Riesenwellen, wer nicht aufpasst, kann sich auch mal verletzen. Es ist herrlich hier!

Heute waren wir zum ersten mal in einer der unzaehligen Strassenkuechen in denen die Einheimischen essen. Die hygienischen Bedingungen sind…. aber nach 2 einhalb Wochen haben sich unsere Eingeweide schon daran gewoehnt. Es war superleckeres Essen, 2 verschieden Fladenbrote mit 2 Currys um umgerechnet 50 Cent und wir sind genau richtig satt!

Es ist schon spannend, diese Reise hat mir einer Mondfinsternis begonnen und erreicht nun einen Hoehepunkt mit einer Sonnenfinsternis (ich habe nicht genug Zeit hier am Internet um zu googeln, ob die auch in Oesterreich stattfindet)…  Hier in Indien finden heute viele Pujas und rituelle Feuer deshalb statt. Aber ganz von Anfang an….

…. der Tagesablauf hier im Ashram ist eigentlich ganz klar definiert. Das einzige unberechenbare Element ist Amma selbst. Gestern nachmittag haben sich die Vermutungen verdichtet, dass sie sie Meditation am Strand leitet (ein Indiz dafuer ist der Aufbau von einem erhoehten Sitz, Scheinwerfern und Videokameras) und wirklich, sie kam. Es gab eine schoene Meditation, Gesang – die Atmosphaere war sehr verdichtet. Amma gab auch Satsang zum Thema “ Koennen wir unser Leben steuern oder ist alles Schicksal“. Die Diskussion unter den Devotees mit Ammas Einwaenden war sehr lustig, beruehrend und tiefgehend. Dannach kamen  die Worte auf die alle Neuankoemmlinge gewartet haben: Amma will now give Darshan for those who arrived today and leave tomorrow. Es gab grosses Gedraenge, die Nonnen versuchten aergerlich mit einem Korridor Ordnung – sprich eine Q wie es die Inder von den Englaendern gelernt haben – zu bilden. Wir wurden einfach weitergeschoben, Tasche Brille Schmuck abgenommen, nach unserer Sprache gefragt, an Ammas Schulter gedrueckt und wieder weggeschoben. Alles ging sehr schnell, die kleine Suessigkeit die mir Amma in die Hand gedrueckt hat ist mir erst danach aufgefallen.

Tja, vielleicht bin ich zu skeptisch zu sehr Realist, aber ich kann die religioese Verzueckung in die hier viele verfallen nur beobachten und mich wundern. Ja, es war eine wunderbare Erfahrung. Wann immer viele Menschen gemeinsam meditieren ist die Energie hoch und Amma wirkt sehr in sich ruhend und kraftvoll…. Wie auch immer ich habe danach beschlossen, bis heute nach der Sonnenfinsternis zu fasten und das tut mir sehr gut. Sabine ist tief beruehrt von der Umarmung und verbringt viel Zeit am Meer.

Meine Zeit lauft ab… Ich melde mich wohl erst wieder am Sonntag, den 17. gegen abend, wenn wir nach der Boottour in Varkala ankommen.

Amritapuri die Zweite

14. Januar 2010

Tja, wie ueberall hier in Indien brauen wir Zeit um uns an die Zustaende zu gewoehnen und sind jetzt angekommen. Wir haben eigentlich ein wunderbares Zimmer mit Fenstern an 3 Seiten und Betten nur fuer uns allein (ist hier nicht selbstverstaendlich). Das Seva macht Spass und ist meditativ> von 7-9 Abwaschen in der Western Canteen, wo nur Westler arbeiten), dann Hefte von Frau/Mann zu Frau/ Mann weitergeben (es ist erstaunlich, wie sich die Rythmen anpassen und man ins gemeinsame Fliessen kommt), jetzt geh ich noch Tulsi-Teepaeckchen zaehlen und abpacken und abmessen und beschriften…

Was hier interessant ist, ist das Westler und Inder ziemlich getrennt von einander sind, eigentlich schade. Auch wenn man mit den Indern ist, kommt es zu keinen Gespraechen, in der Western Canteen, wo es uebrigens ausgezeichnetes Essen um 2 – 3 Euro pro Mahlzeit gibt, findet reger Austausch statt.Wir haben heute mit 2 Irlaenderinnen, einem Schweizer und einem Bayern gefruehstueckt und eine schoene Zeit verbracht.

Nach dem Seva leg ich mich ein bisschen hin, Sabine macht Yoga. Ab 5 gibt es Meditation am Strand, der Sonnenuntergang hier ist wunderschoen und vielleicht werden wir Amma dort das erste Mal sehen. Abends ist dann noch Bhajan-Singen in der grossen Halle. Leider ist die Nacht hier sehr kurz, da im nahegelegenen Dorf auch irgendwelche Rituale abgehalten werden und bis 11 und dann wieder ab 4 laute Musik und Gesang durch Lautsprecher droehnt.

so, jetzt geh ich wieder arbeiten. Genug gerastet.

Amritapuri

13. Januar 2010

Wir sind gestern im Ashram angekommen und gewoehnen uns nur langsam an die zustaende hier. 1000e Menschen aus aller Welt sind hier auf engem Raum in Hochhaeusern zusammengepfercht, es liegt zwar wunderschoen am indischen Ozean, aber aus irgendeinem Grund haben die hier den  Strand am gesamten Kuestenabschnitt mit meterhohen Steinwaellen zugeschuettet…

Es gibt im Ashram sehr strenge Regeln: Kleidungsvorschriften (die der schwuelen Hitze nicht sehr zutraeglich sind), Foto und Filmverbot, eingeschraenkte Oeffnungszeiten der einzelnen Info-Stellen, Schlafengehen um 11:00 danach sind die Haeuser versperrt, verpflichtende Seva – selbstloser Dienst. Wir wurden eingeteilt zum Abwaschen von 7-9 h taeglich – dafuer zahlen wir  fuer Uebernachtung und 3 geschmacklose Mahlzeiten am Tag nur 180 rupees (ca 2,6 Euro). Ansonsten macht man Yoga, singt, meditiert….

Es sind hier viele Dauergaste aus dem Westen, die fix im ashram leben und arbeiten. Mal sehen, ob wir noch spueren, was sie hierher gezogen hat. Fuer alle gilt weiters der Zoelibat – saemtliche Zaertlichkeiten auch zwischen Ehepaaren sind verboten.

Was auf jeden Fall interessant ist: Amma sollte eigentlich auf Suedindientour sein, hat aber abgebrochen und kommt angeblich morgen zurueck. Also kommen wir vielleicht doch noch zu der wunderwirkenden umarmung…

Fuer alle die Bilder und naehere Infos haben wollen: http://www.amritapuri.org.

Welcome to paradise

12. Januar 2010

Wir sind gestern in Kerala gelandet und alles ist anders: es ist furchtbar heiss, die Menschen sind Christen und unglaublich nett, es ist sauber und fuer uns sogar im Dunklen sicher auszugehen (ohne Strassenbeleuchtung).

Gestern abend haben wir viel zu teuer und zu viel sea food gegessen, aber einen netten Brasilianer kennengelernt, der meinen und Sabines Beruf in Personalunion ausuebt. Er ist Cutter und hat eine Ausbildung zum Ayurveda – Praktiker. Zu unserem Essen hatten wir „Special Tea“ – Bier aus der Teekanne, da das Restaurant keine Lizenz fuer Alkohol hat.

Wir sind heute vormittag noch in Cochin, einer Haufenstadt die Von Porugiesen, Holaendern und Englaendern gepraegt ist, mit wunderschoener Kolonialarchitektur.  Lot of shopping – natuerlich wieder viel zu teuer, aber immer noch vieeeel billiger als zu Hause.

Hier gibt es unglaublich viel verschiedenes Obst und Gemuese, Gewuerze und natuerlich frischen Fisch…

Fuer aller regelmaessigen Leser – ich aktualisiere den Eintrag Traumhochzeit (waehrend wir auf unser Pick up Taxi warten, dass uns ins Ashram bringen soll und wie alles hier zu spaet ist…)

Traumhochzeit

9. Januar 2010

Wir geniessen die Tage hier. Das Wetter ist nachwievor nebelig und kalt, doch die Menschen sind so warmherzig, das macht alles mehr als wett. Wir sind hier bei der Hochzeit wir Familienmitglieder willkommen geheissen worden. Alle kuemmern sich um uns, erklaeren und die verschiedenen Rituale und Sitten und wir werden ueberall miteinbezogen. Es ist unvorstellbar.

Gestern Nachmittag waren 2 Frauen mit uns einkaufen – festliche Kleidung. Als wir Saris probieren wollten sagten sie no,no,no. Saris sind gerade unter jungen Frauen gar nicht in. Wir haben aber wunderschoene Tuniken mit Leggings gekauft. Abends gab es eine Art Polterabend fuer den Braeutigam mit wilder Bollywoodmusik – alle vor allem die Maenner haben getanzt. Waehrend dessen wurden die Haende aller Frauen mit wunderschoenen Henna-Tatoos Mendhi bemalt – auch unsere. Wir hatten einen grossartigen Abend mit vielen interessanten Begegnungen!

Gerade jetzt kommen Braut und Brautigam von der Trauungszeremonie zurueck – unter lautem Getrommel im weissen Merzedes ueber und ueber mit roten Rosen geschmueckt.

Ich werde mich mal fuer den abendlichen Empfang fertig machen… uh wird das kalt. die Feierlichkeiten finden in zugigen Zelten statt – waerme spenden Feuerschalen mit gluehender Kohle, die ueberall aufgestellt sind – und wildes Tanzen!

Nachtrag:  die Hochzeit war nicht ganz so lustig wie der Abend zuvor, es war noch kaelter, spaeter (und alle waren doch etwas uebernachtig) und es sind fast nur halb so viele Gaeste wie geladen gekommen, da etliche Zuege aufgrund des starken Nebels gestrichen wurden. Nichts desto trotz haben wir bis zum Umfallen, bzw. bis die Ohren von der lauten Punjabi-Musik taub waren getanzt und viel spass mit den anderen Gaesten gehabt. Einige sind aus Bonn gekommen, wo Javjeet der Braeutigam in der Abteilung fuer Klimawandel der UNO arbeitet. Wir „Auslaender“ waren viel unter uns an diesem Abend. Sabine ist frueher ins Bett gegangen, ich habe ganz zum Schluss noch mit den letzten beiden wachen Frauen das Zimmer des Brautpaares mit Blumen dekoriert und bin dann auch totmuede ins Bett gefallen.

Alle haben uns ins Herz geschlossen, Mama-ji – die Schwiegermutter von Avneet und Mutter des Braeutigams hat uns zum Abschied umarmt.

Professionelle Fotos und ein Video von der Hochzeit werden nachkommen, wir haben nicht selbst fotografiert, sind aber haeufig gefilmt und fotografiert worden, da alle von unserem Tanzstil begeistert waren… es ist hier nicht so ueblich, dass die Frauen tanzen…

Magisches Taj Mahal

6. Januar 2010

Wir haben heute einen neuen Fahrer bekommen, da unser lieber 22jaehriger Sunil, der so gut auf uns acht gegeben hat, leider keine Lizenz hat und gestern abend noch strafe bezahlte. Nun reisen wir mit einem Profi im SUV, dessen Fenster sich nicht schliessen laesst. Bei starkem Nebel und 10 Grad Morgentemperatur eine Herausforderung… Wir werden bei der Kaelte hier noch richtig abgehaertet.

Umso ueberraschender die frische Fruehlingsluft als wir kurz vor Agra unseren ersten Sightseeing-Stop in Sikandra haben. Wie herrlich ist die moslemische Sakral-Architektur im Fruehling: Voegel aller art zwitschern, die Luft duftet suess und die Sonne bricht durch den Nebel – es bleibt eine mystische Atmosphaere.

In Agra Ernuechternung: ein Guide springt in unser Auto (war offenbar mit dem Driver ausgemacht) und will  ueber uns verfuegen, was uns gar nicht recht ist.  Das lernen wir hier sehr gut – klar zu sagen, was wir wollen, und was nicht. Gelingt uns in diesem Fall – wir sind den schmierigen Typen los.

Da wir sauer auf unseren Fahrer sind, nehmen wir uns ein Tuc-Tuc und begeben uns auf die abenteuerliche Fahrt durch das taegliche Verkehrchaos. Der Fahrer bringt uns zu einem wenig touristischen Eingang zum Taj Mahal, wir wandeln vorbei an frisch geschlachteten ziegen und voll beladenen Kamelen.

Das Taj Mahal raubt uns den Atem – es ist magisch, fast unwirklich im feinen Dunst. Trotz der Menschenmassen. Touristen aus aller Welt wandeln friedlich durch den riesigen Garten wie an allen Plaetzen mit vielen Menschen gibt es  strenge Sicherheitskontrollen an allen Eingaengen. Gut so.

ins rote fort kommen wir gerade noch vor Schluss (oeffnungszeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang) zum Sonderpreis. Es ist so friedlich, kaum mehr Touristen.  Der ehemalige Harem bezaubert uns, doch bald wird die STille von einem Waerter mit schriller Pfeife durchbrochen, der uns wie verlorenes Vieh hinaustreibt… 🙂

Unser Abendessen heute ist entaeuschen. der Tuc/Tuc Fahrer bringt uns in eine Touristenfalle und will uns unbedingt noch zum Shopping schleppen. NEIN DANKE! Wir erkunden statt dessen den ersten indischen Supermarkt der uns unterkommt – auch eine erfahrung…

Morgen haben wir zur abwechslung einen ganztaegige Autofahrt vor uns – wie wunderbar. Dann sind wir 2 Tage auf der Hochzeit.

Wie haben unsere zeit in Rishikesh sehr genossen und sind offenbar nun ganz angekommen (wie heisst es so schoen: beim Fliegen kommt die Seele mit Verspaetung nach…) oder haben wir uns nun einfach schon daran gewoeht, dass es hier unvorstellbar laut, schmutzig und chaotisch ist, sodass wir die schoenen Seiten wahrnehmen koennen?!

Unser heutiger Tag bestand wieder hauptsaechlich aus Autofahrt, hatte aber einige zusaetzliche Highlights: 30 km suedlich von Rishikesh liegt Haridwar, ein Ort der bei den Hindus sehr heilig ist. Am 14.1. beginnt dort das groesste Fest der Welt Kumbh Mela. Millionen Pilger wollen ihre Suenden im Ganges abwaschen – bei ca. 8 Grad Lufttemperatur und nicht viel waermerem Wasser.  Derzeit laufen die Vorbereitungen, erste Pilger kommen an, Zeltstaedte werden aufgebaut und Polizei ueberall. Wir haben das Angebot unseres Fahrers angenommen, dass er uns in die Stadt begleitet und das war gut so. Wie es der Reisefueher prophezeit hat – keine Touristen in der Stadt. Es war sehr beeindruckend, aber wir waren froh zurueck im Auto zu sein.

Die weiteren geschaetzten 200 km haben wir gemeinsam mit Wasserbueffelkarren, Luxus-Cheeps, Traktoren,Fahrraedern… und 2 Joggern auf einer Art Gueterweg neben dem Fluss der nach Delhi fliesst bewaeltigt, auf dem es nur eine Regel gibt: wer bremst verliert. Bei jedem Ausweichen auf eine Art Bankett drohten die Achsen zu brechen. Es war aber sicher eine gute Entscheidung die stark befahrene Hauptstrasse zu meiden – gute Luft und schoene Landschaft.

Delhi zeigt sich heute ganz neu – waren wir vorgestern in einer anderen Stadt? Weltoffen, freundlich, interessant, voller Leben! Wir waren zur Abwechslung mal wieder shoppen und haben uns um den Hunger zu stillen ein kleines Potpourri an Suessigkeiten gegoennt – die Auswahl ist unglaublich. Um nach diesen Zuckerbomben auch schlafen zu koennen danach noch ein Kampferblatt mit allerhand Gewuerzen, Kraeutern… gefuellt, fuer unser Verdauungsfeuer.

Morgen geht es nach Agra – wie haben uns dort eine Art Palasthotel gegoennt – mal sehen…

Guten Nacht…

Nach unendlichen Stunden auf indischen Strassen gemeinsam mit Ochsenkarren, Traktoren, Millionen von Lastwagen und Baustellen (imagine: 250 km Kolonnenverkehr) und 1 Stunde Suche nach unserem Guest House sind wir gestern kurz vor Mitternacht in Rishikesh angekommen – der Welthauptstadt des Yoga. Hier gibt es unzaehlige Ashrams und erfreulicherweise viele Touristen aus aller Welt. Nach Delhi sind wir richtig froh nicht die einzigen hellhaeutigen Menschen auf weiter Flur zu sein – wir fallen einfach weniger auf und die Wahrscheinlichkeit die Aufmerksamkeit von Betruegern auf uns zu ziehen ist geringer. Die Einheimischen hier sind fast ausschliesslich Yogalehrer – zumindest die mit denen wir ins Gespraech kamen.

Unser Guest House liegt wunderschoen – inmitten eines tropischen Gartens am Fusse des Himalaya mit Blick auf den Ganges, der sich in sanftem Tuerkis durch die Landschaft schlaengelt.  Nach einer morgendlichen Yoga-Lesson sind wir heute ganzen Tag durch die kleinen engen Gassen geschlendert, haben Chai getrunken, lecker  gegessen und furchtbar viel eingekauft. Am Abend waren wir bei einer Zeremonie am Flussufer. Es wurden Mantren und Bajans gesungen und wir haben Mutter Ganga ein Schiffchen mit Feuer, duftenden Blueten und einem Raeucherstaebchen geopfert. Es war sehr stimmungsvoll.

Unser persoenlicher Fahrer Sunil (welch Luxus…) kuemmert sich gut, fast schon overprotective um uns, auch wenn wir gelegentlich Verstaendigungsprobleme haben. Er wird uns morgen nach Delhi, uebermorgen nach Agra und dann zum Resort in dem die Hochzeit stattfindet bringen.

Nach geschaetzten 10 Kilometer, die wir heute gewandert sind, bin ich muede und freu mich auf mein eiskaltes Bettchen (nach hoffentlich warmer Dusche). Es ist hier des Naechtens erstaunlich kalt.  Die Zugluft von Eingangs- zu Terrassentuer geht direkt durch alle 3 im zimmer befindlichen Wolldecken durch… But we are getting used to it…

Gute Nacht,

Anja